DB 2018 und Fair Play

Die neue Durchführungsbestimmung 2018, also die ergänzenden Regelungen zur Wettkampfbestimmung, unsere Spielregeln, sind online. Es gibt ein paar wenige Neuerungen, die vor allem dafür sorgen, dass die Regeln klarer dargelegt sind. Das betrifft vor allem das Verlassen des auf der Karte befindlichen Wegenetzes sowie das Schattenfahren der unter 11jährigen. In der vergangenen Saison gab es einige unfaire Situationen, auf die wir im folgenden etwas genauer eingehen wollen.

 

Neue Passagen aus der DB:

"In der Klasse D/H-11 ist das Schattenfahren grundsätzlich erlaubt. Ziel ist Sicherheit zu bieten jedoch keine aktive Hilfe im Wettkampf zu leisten. Begleitung muss beim Veranstalter angemeldet werden und ist in der Ergebnisliste und Rangliste zu kennzeichnen."

Das ist selbsterklärend und soll Anreiz geben Kinder, die sich allein nicht trauen dennoch auf die MTBO-Kinderstrecke zu ermöglichen. Dabei soll der Begleiter nicht im Ansatz sagen wie es zum nächsten Posten geht. Einzig bevor das Kind verloren gehen würde sagen, dass es falsch ist. Also auch nicht im Moment des Fehlers sondern in etwa bevor es die Karte unwissentlich verläßt.

 

"Ein Verlassen der Karte gilt als Verstoß und führt bei einem Vorteil zur Disqualifikation."

In der vergangenen Saison in Wehrsdorf gab es für einig Teilnehmer arge Probleme mit der bisherigen Regelauslegung. Sportler profitierten durch Ortskenntnis oder Trial & Error in dem sie eine nicht auf der Karte verzeichnete Ortspassage nutzten. Laut Ausschreibung war erlaubt: "Verlassen der Wege ist möglich! Dabei muss das Mountainbike in mindestens 20 cm Höhe getragen werden." Ein netter O-Ton: "Woraus man nun schließen könnte, dass die Route durch Wehrsdorf erlaubt ist, dort das Rad aber getragen werden muss.". In der DB stand bislang: "Das Gebot der ausschließlichen Nutzung auf der Karte eingetragener Wege und Straßen ist ...", was scheinbar nicht eindeutig interpretiert wurde.

 

Getrennte Bahnen für D40 und D50 sowie E-Bikes in der offenen Klasse

Getrennte Bahnen für die Klassen D40 und D50. Die letzte Saison hat gezeigt, dass es an der Zeit ist den vor allem physischen Unterschieden in diesen beiden Klassen gerecht zu werden. Zudem möchten wir die Veranstalter animieren auf offenen Bahnen E-Bikes zuzulassen. Sei es in einer getrennten Wertung oder gemeinsam, vielleicht abhängig von der Anzahl der E-Bike Starter.

 

 

Aufgepasst bei der Einhaltung der Regeln, bei der Bahnlegung und in den technischen Hinweisen

In der vergangenen Saison gab es immer wieder ein paar Probleme im Sinne eines fairen Wettkamfpes. Wir wollen hier am Beispiel vom Sprint im Harz im vergangenen Jahr ein paar Problemzonen aufzeigen und somit Sportlern und Veranstaltern zeigen worauf man besonderes Augenmerk im Wettkampf legen muss. Diese Beobachtungen treffen nicht nur auf den Harzsprint zu und sollen keine Kritik an der tollen Veranstaltung selbst sein.

(1) Passage einer verbotenen Straße

(2) Befahren einer Wiese

(3) Befahren von Einbahnstraßen und Fußwegen

(4) unklarer Postenstandort

 

Hier können neben den Sportlern auch die Bahnleger, sowie die technischen Hinweise helfen die Rennen fairer zu gestalten. Hier haben wir drei Kartenausschnitte:

Hier verlockte es den ein oder anderen die Straße zu Queren obwohl sie klar durch die Zickzack-Linie augeschlossen ist. Stellt man das hinterher fest gibt es auch die Option sich selbst anzuzeigen.

Besser wurde dies durch einen extra Posten auf einer anderen Bahn gelöst, ohne den Sportler in irgendwelche Verlegenheiten zu bringen.

Die Schnecke an Posten 10 verleitete über die Wiese zu fahren. Ein Absperrband oben am Posten würde wohldie meisten daran erinnern, dass bei uns Wegepflicht gilt.
 
Der Weg südöstlich von Posten 11 (ost-west, südlich deroffenen Fläche mit vereinzelten Bäumen) ist eineFußgängerpassage durch Schild 239 angezeigt.
 
Der Postenstandort von Posten 12 ist unklar.

 

Fußwege und Einbahnstraßen

Fußwege (Zeichen 239) oder Einbahnstraßen in Ortschaften stellen Teilnehmer vor eine Gewissenfrage oder werden gar nicht wahrgenommen. Steht nun in den technischen Hinweisen, dass die StVO einzuhalten ist, dann gilt zum Beispiel beim Fußweg:

Beim Schild 239 handelt es sich um ein reines Fußgänger-Schild. Der Weg darf nur als Gehweg von Fußgängern genutzt werden. Es handelt sich hier um einen Sonderweg für Fußgänger. Fußgänger müssen diesen Sonderweg nehmen. Für alle anderen Verkehrsteilnehmer ist der Weg verboten. Ausgenommen sind Rad fahrende Kinder bis 10 Jahre.

Hier hätten wohl 80% des Starterfeldes disqualifiziert werden müssen. Also Augen auf beim Verfassen der Technischen Hinweise. Entweder auf den Satz mit der StVO verzichten oder solche Stellen klar in der Karte markieren oder durch einen extra Satz in den Hinweisen relativieren.

 

Postenstandorte

Beim MTBO gibt es keine Postenbeschreibung, somit ist nicht immer ganz klar zu sehen, auf welcher Seite zum Beispiel einer Mauer der Posten stehen mag. Hierfür gibt es das Postensymbol mit einem Punkt im Zentrum des Postenkreises. An solchen Stellen wie Posten 12 helfen diese den Startern klar zu machen, dass der Posten nördlich der Mauer steht. Und damit wird das Rennen fairer.

 

Ganz nebenbei erwähnt sei noch, dass das Rad an jeden Posten mitzuführen ist, auch wenn es ein kurzer Stich einen steilen Anstieg rauf oder runter geht und das Rad noch so schwer ist.

 

Bei allen Punkten können Sportler und Veranstalter selbst unsere Wettkämpfe wieder fairer machen. Es macht eigentlich nur Spaß, wenn sich alle Teilnehmer an unsere selbst auferlegten Regeln halten. In diesem Sinne wünschen wir allen eine schöne MTBO-Saison 2018 mit zahlreichen MTBO-Erlebnissen, sei es national oder international.

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